aufgeben

Jetzt aufgeben? Und was macht der Kerl in Skandinavien?

Du bist in einem fremden Land. Es gibt keine Vertrautheit, um sich mal fallen zu lassen, oder einen Partner / Freund an deiner Seite.
Dazu kommt noch die Sehnsucht nach Geborgenheit, die nicht gestillt werden kann.

Egal, es geht weiter.
Und jetzt auch noch das!

Krank!

krank

Du kannst vor Schmerzen kaum noch liegen, shit, es sind die Nieren.

Das hohe Fieber gibt Dir den Rest. Schwäche und Übelkeit macht sich breit.
Andauernd nickt man vor Erschöpfung ein. Die Schmerzen lassen einen aber nicht lange schlafen. Durch das Fieber habe ich kaum noch Hunger, aber einen enormen Durst.
Also los nach Seven Eleven zum Supermarkt, um Wasser zu kaufen.

seven
Das Leitungswasser zu trinken, wäre jetzt ein großer Fehler… zu dehydrieren aber auch nicht von Vorteil.

Ob ich will oder nicht, ich muss los. Also rein in die sowieso schon feuchten Klamotten. Ich zuppel mir die klebrigen Sachen am Körper zurecht, ziehe die Schuhe an und ab geht`s.

Du schleppst dich zu dem Laden und hoffst das alles gut geht.
Unterwegs fängt dein Herz an zu rasen. Jeder Schritt ist eine enorme Belastung für meinen Körper. Wenn das hohe Fieber doch bloß nicht wäre!

Mein Blut kocht in der Sonne und ich will mir nicht vorstellen, was passiert, wenn ich jetzt das Bewusstsein verliere.

Ich bin in einem armen Land. Die Wahrscheinlichkeit ausgeraubt zu werden ist sehr hoch, wenn man bewusstlos am Boden liegt.

Das wäre der super Gau!

Ohne Geld, Papiere und dann noch krank im Ausland.

pass

Zurück im Zimmer trinke ich erst einmal 1 Liter Wasser ohne abzusetzen. Unwillkürlich muss ich über das, was hier gerade mit mir passiert, nachdenken. Was mache ich hier eigentlich?

Jetzt ist es vorbei. Ende! Ich gebe auf! Das habe ich mir so nicht vorgestellt.

Der Schmerz zieht von den Nieren durch meinen ganzen Rücken. Dann noch Schüttelfrost und das bei 45 Grad im Schatten. Das ist es mir nicht wert!

Ich wollte nicht den Helden spielen, um später wohlmöglich regelmäßig zu einer Dialyse zu müssen.

Ich machte mich auf, um in die nächste Großstadt zu kommen. Bangkok! Von da aus versuchte ich irgendwie nach Düsseldorf zu fliegen.

Fast 30 Stunden brauchte ich von Bangkok nach Düsseldorf. Bei jeder noch so kleinen Wartezeit, legte ich mich hin. Egal, ob es der Boden am Flughafen oder eine Bank war.
Ich konnte kaum noch stehen mit meinen Rucksäcken. Im Flieger ging es mir dann immer schlechter.
Alle Decken, die ich ergattern konnte, gehörten mir.
Es war so kalt! Gefühlte – 10 Grad.

Nach einem stop over in Dubai, mit mehreren Stunden Aufenthalt, landetet ich dann schließlich in Düsseldorf.

Ein sehr guter Freund holte mich ab. Ich sah aus wie das Leiden Christi. Er erkannte mich kaum. In dieser Zeit verlor ich 7 Kilo an Gewicht und meinen Mut weiter zu machen.

Ich brauchte eine Zeit um, mich wieder zu erholen und alles zu verarbeiten.
Krankenhaus, Armut oder das ganze Elend was ich sah, nagten doch sehr lange an mir.

Als ich dann aber wieder gesund war, entfachte ganz langsam das Feuer. Ab da stand für mich fest, dass es weiter geht und es noch nicht zu ende war.

Eins wusste ich aber. Jetzt wieder ewige Stunden im Flieger zu sitzen, konnte ich mir noch nicht vorstellen.

Also ab mit den Zug nach Skandinavien ☺

zug

Wie geht es jetzt weiter?

Das Gefühl der Freiheit und nicht zu wissen, was morgen auf mich zukommt, hat schon eine enorme Wirkung auf mich. Also ziehe ich weiter.

Sicherlich werde ich immer mal wieder einen kurzen stop over in Deutschland einlegen.

Ich kann mir auch im Augenblick kein geordnetes Leben mit einem geregelten Tagesablauf vorstellen.

Was habe ich daraus gelernt?

Sicherlich reagierte ich auch etwas überstürzt mit dem „Zurückfliegen“.

Wenn es dir aber richtig dreckig geht, siehst du das in dem Moment nicht so.

Rückblickend gesehen, würde ich einiges im Falle einer Erkrankung anders machen.

Diese Erfahrung war neu für mich. Es gab keine Geborgenheit. So etwas wie ein betütteln von lieben Menschen, wenn Du krank bist.

Genau an diesen Erfragen wächst man, und das gibt einem die Kraft, alles Negative hinter sich zu lassen, um wieder neu durchzustarten.

Man lernt nie aus, zum Glück!
Bis die Tage….Achim

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Kommentare (8) Schreibe einen Kommentar

  1. Hallo Achim.

    Ja, das sind die „Nebenwirkungen“ wenn man allein reist….und diese „Nebenwirkungen“ treten nicht nur bei Krankheit auf.
    Ich habe da auch einiges erlebt und mich gefragt: “ Was machst du hier eigentlich?“
    Doch irgend etwas treibt dich weiter und ein kurzer „stop over“ in Deutschland zeigt dir recht deutlich, dass dein eingeschlagener Weg der richtige für dich ist.
    Ich mache gerade einen „stop over“, bin noch nichteinmal in meine Wohnung eingezogen und denke schon über den Auszug nach……
    Das Leben ist bunt, vielfälltig und so einfach da draußen.
    Aber das aller Beste ist: Die Zeit vergeht langsamer als imdeutschen Alltagstrott.
    Ich war sieben Jahre in Norwegen, es kommt mir vor als wären es 20.
    Und ich möchte keinen Tag missen, auch nicht die mit „Nebenwirkungen“
    Monika Hohlfeld

    Antworten

    • Hallo Monika,
      du sprichst mir aus der Seele. Gerade hier und schon denkt man wieder über das nächste Land nach.

      Ja, ja die Nebenwirkungen! Aber es gehört alles dazu 🙂

      Wann ist der Auszug und wohin soll es dann gehen? ….grins

      Liebe Grüße
      Achim

      Antworten

      • HeHe 😉

        Bin grad beim Möbel aufbauen. Das hat auch was besonderes 🙂
        …Hoffentlich übernimmt die der Nachmieter 😉

        Nein mal im Ernst 😉 …ich werde erst einmal mein „Hauptquartier“ in Leipzig aufschlagen und dann ein paar kleinere Reisen von hier aus unternehmen. Dann werd ich sehen was kommt 🙂
        Mein Plan ist: „Ich möchte die Abenteuer dieser Welt erleben und nicht wieder im Hamsterrad wie eine Irre laufen….Der Rest ergibt sich ganz von selbst.“
        Ich wünsch Dir viel Glück 🙂 Man sieht sich 🙂

        LG
        Moni 🙂

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        • Hi Moni,
          genau so ist es richtig.
          „Es“ auf sich zukommen zu lassen sind die besten Abenteuer die es gibt 🙂
          Mein Hamsterrad habe ich getauscht gegen Freiheit und Minimalismus. Und es ist einfach super !!!

          Liebe Grüße
          Achim

          Antworten

  2. Hallo Achim, das war sicher sehr schwer aber wie man sagt aus Erfahrung lernt man.
    Wir sind zurzeit für 9 Wochen in Alanya, kommen gerade vom Strand einfach schön hier.
    Die Reisen die wir machen sind natürlich mit deinen nicht zu vergleichen.
    Wir sind ja auch 20 Jahre älter.
    Wir wünschen Dir weiterhin viel Glück und alles gute.
    Volker und Brigitte aus Lünen

    Antworten

    • Hallo Brigitte und Volker,
      ich finde es super was ihr macht! Viele bleiben zu Hause und trauen sich das „Reise“ nicht mehr obwohl es finanziell möglich ist.
      Ich hoffe ich bin, in eurem Alter, noch so fit um reisen zu können 😉

      Lasst es euch gut gehen in Alanya!

      Liebe Grüße, Achim

      Antworten

    • Hi Moni,
      danke für den Hinweis!

      Ich habe total vergessen die Überschrift zu ändern….. schäm….
      Normal wollte ich noch was über Skandinavien einfließen lassen. Der Artikel wäre dann aber zu lang geworden.

      Was ich in Skandinavien mache kommt im nächsten Artikel 😉

      Gruß
      Achim

      Antworten

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