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Ab nach Kaule…..

Busfahrt durch das Nirgendwo: Abenteuer pur

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Mit dem Bus durch Nepal zu fahren, ist ein Erlebnis der besonderen Art: auf und ab quer durch unwegsames Gelände zu schaukeln und dies dichtgedrängt an einem durchgeschwitzten Sitznachbarn. Erschwerend kommt hinzu, dass die Schlaglöcher so tief sind, dass man nicht weiter darüber nachdenken darf.

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Wer hier von der Straße abkommt, die diesen Namen wohl kaum verdient, hat nur noch tiefe Schluchten und keinerlei Befestigungen vor Augen. Dass sich ein Bus hier überhaupt einen Weg bahnen kann, ist für Westeuropäer mehr als spannend. Bloß nicht von der Straße abkommen! Dieser Gedanke begleitet Reisende permanent, denn der Tod fährt mit.

Eine Leprakranke Frau ohne Beine, hat es sich zur Lebensaufgabe gemacht, eine Straße mit einem Bündel, rauf und runter zu robben. Die Dörfler versorgen sie mit Nahrung und dies, obwohl die Angst vor Lepra immer mit von der Partie ist. Menschen aus der sogenannten zivilisierten Welt würden sie als Minimalistin bezeichnen, denn sie schleppt ihren kompletten Besitz in einer Plastiktüte mit sich herum. Leben, wohnen und schlafen auf der Straße ist für diese ungewöhnliche Frau selbstverständlich.
Gemessen an den deutschen Verhältnissen, würde hier wohl niemand einen Bus dieser Art besteigen, der eine solche Straße befährt. Der desolate Zustand von Fahrzeug und Untergrund sind jedoch für nepalesische Verhältnisse normal.
Wer an der richtigen Adresse aussteigen möchte, ist auf die Auskunftsfreude der Mitreisenden verlassen, denn auf Schilder Am Ortseingang wartet man vergeblich. Die Weltsprache Englisch scheint hier nahe Kaule, einem Gebirgsort in den nepalesischen Midhills, eher unbekannt. Eher schüchtern kommt die Aufforderung aus irgendeiner Ecke des klapperigen Busses, dass der nächste Halt wohl in Kaule sei.
Die Straßenverhältnisse und der desolate Zustand des öffentlichen Transportmittels erzeugen bei vielen Mitreisenden Brechreize, denn der Bus gleicht mit seiner Straßenlage wohl eher einer Achterbahnfahrt.
In Kaule angekommen, wird wohl jeder von der Schönheit des nepalesischen Gebirgsortes überwältigt sein.

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Hier, rund 25 Kilometer von der Hauptstadt Nepals, Kathmandu entfernt, begeistert jeden Touristen die schlichte Einfachheit eines Ortes mit Esprit. Auf rund 3000 Meter liegt Kaule im Randgebiet des Kathmandutals und überwältigt durch sattgrüne Täler.

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Kaule ist schön, authentisch und überzeugt mit einer Bevölkerung, die sich Touristen als durchaus glücklich präsentieren. Trotzdem: hier gibt es sogar eine Schule, die man auch gemessen an westlichen Standards als modern bezeichnen würde.
Selbst bis hier hin schaffen es Bundesbürger, sich nieder zu lassen und eine davon ist Eva. Bereite dich besser auf einen Aufenthalt vor, der an Deine Flexibilität appelliert, denn Strom ist hier beileibe keine Selbstverständlichkeit. In Zeiten digitaler Medien hat jedoch auch hier, quasi am Ende der Welt, WLAN eine Chance. Glaube es, oder nicht – hier sitzt man auf wackeligen Stühlen, vermisst ein Minimum an Komfort und surft dennoch entspannt durchs Web. Gewöhne dich auch an schmuddelig wirkende Matratzen und eine Sitzposition, die an deine Wirbelsäule appelliert, denn das Leben in einer Hütte ist nicht kein Zuckerschlecken.

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Verabschiede Dich auch von Deinen Hygienestandards, denn diese haben hier eine vollkommen andere Bedeutung.

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Was hier als völlig normal gilt, ist insbesondere für uns Westeuropäer gewöhnungsbedürftig.
Eine Nacht auf einer Pritsche ist hier keineswegs ungewöhnlich. Mache Dich schon einmal mit dem Gedanken vertraut, dass die Menschen hier mit dieser Form des Nachtlebens klarkommen.
Doch wo Licht für den abenteuerdurstigen Touristen ist, lauert bekanntlich auch der Schatten. Sollten Dir unbekannte Geräusche suspekt sein, dann kann es noch schlimmer kommen.

Weitaus schlimmer als räumliche Einschränkungen und eine spartanische Schlafstätte ist auch hier der Fluch der Zivilisation. Müll, wo hin das Auge schaut. Der Konsum fordert auch hier seinen Tribut und macht nachdenklich. Die Natur wird missbraucht und Abhänge mit Müll verschandelt. Jahr für Jahr geht man hier dazu über, den Zivilisationsschrott einfach abzubrennen. Drüber gekippt wird Kerosin und ein Streichholz drangehalten. Die Feuer brennen über Tage und sorgen für einen bestialischen Gestank. Auf der Strecke bleibt wie immer die Natur!
Wer dennoch nicht auf dieses Abenteuer verzichten möchte, sollte seinen Blick für all das Schöne schärfen, was die Zivilisation noch übrig gelassen hat. Trekking-Fans und Individualreisende kommen hier voll auf ihre Kosten, denn nach wie vor finden hier Naturliebhaber ein Dorf, das mit freundlichen Menschen und einem traumhaft schönen Ausblick punktet. Entdecke eine Gegend, die mit Authentizität und einer gehörigen Portion Abenteuerlust punktet und wirf alle Konventionen über Bord.

Hier die Erklärung, warum ich als Titelbild meine Füße genommen habe.

Als ich durch das hohe Grass ging, fanden mich Blutegel wohl „lecker“ 😉

Bis die Tage, Achim

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Kommentare (2) Schreibe einen Kommentar

  1. Merhaba Achim, wir sind mal wieder auf reisen und halten uns in Alanya in der schönen Türkei für ca 2Monate auf.
    Das Wetter ist super schön und das Meer auch.
    Du hast ja super Erlebnisse und gewinnst tolle Eindrücke.
    Jetzt bist Du ja schon einige Zeit in Nepal und es warten bestimmt noch einige Abenteuer auf Dich.
    Wir wünschen Dir alles Gute und bleib gesund!
    Brigitte und Volker

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    • Hallo zusammen, kann es sein das ihr „heimliche“ Backpacker seid und auch um die Welt reißt? …grins…

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